Wandern – Schapendoes – Fotografie

Almenland

Der Wetterbericht sagte für Mittwoch 10h Sonnenschein bei kühlen 4-5°C in St. Kathrein am Offenegg voraus. Also machte ich mich mit Clarence auf den Weg um dort etwas die Gegend zu durchwandern und ein paar Geocaches einzusammeln. Wir waren bereis am 26.9 hier am Vogelbeer Panoramaweg unterwegs gewesen. Am Parkplatz war ich dann froh die Haube mitgenommen zuhaben; die Temperaturen gepaart mit Wind machten es schon schön frisch.

Die ersten 2,4 km legten wir auf einer sehr wenig befahrenen Straße zurück. Nach kurzer Zeit schon musste ich mir die Augen reiben, um zu erkennen, dass da wirklich kleine Schneeflocken durch die Luft flogen. Nach dem Asphaltstück ging es endlich, über einen kleinen Bach, ab ins Gelände. Leicht bergauf wanderten Clarence und ich dem strahlend blauen Himmel entgegen. So wechselhaft blieb es die ganze Wanderung über; Sonnenschein wechselte sich mit leichten Schneegestöber ab.

Nach ca. 3,3 km machte ich einen kleinen Abstecher zu einem sehr interessanten Geocache. Im Wald befindet sich ein sogenannter Lost Place, in diesem Fall ein Kalkbrennofen. Hier die Infos aus der Cache-Beschreibung:

Blick in den Kalkbrennofen

Diese Kalköfen dienten noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts zur Gewinnung von Kalk. Dieser Rohstoff war universell einsetzbar und zugleich sehr wertvoll für die gesamte Bauwirtschaft, ebenso als Düngemittel für die Agrarwirtschaft. Der in dieser Gegend vorkommende Kalkstein wurde in diesen speziellen Öfen hitzebehandelt. Dafür wurden quadratisch angeordnete Holzstösse im Inneren aufgestapelt. Auf jede Lage Holz, folgte eine Lage Kalkstein. Am Zündloch wurde der Ofen von unten mit Reisig befeuert. Auf diese Weise wurde das Gestein durchgeglüht und es entstand der sogenannte Löschkalk. Durch die Verbindung mit Wasser, zerfiel der gebrannte und erkaltete Stein schließlich zum nutzbaren Endprodukt, dem Kalkpulver.[1]

 Nach diesem interessanten Abstecher ging es wieder zurück auf den ursprünglichen Weg. Aus dem Wald heraus bot sich ein herrliches Panorama auf die frisch gemähte Wiese. Der Weg führte uns weiter nach rechts oben auf dem Panorama, wo sich auch ein Parkplatz befindet, von dem man auch starten kann. Von dort ging es weiter einen Forstweg im Wald entlang in Richtung Bendlerhöhe.

Panorama Almwiese

Kurz bevor ich zur Bendlerhöhe kam, zweigten wir rechts über die Almwiese auf den Pommesberg ab. Ja, richtig gelesen, Pommesberg, der heißt wirklich so lt. Karte. Nach der Almwiese ging es mit einem kleinen Schlenker direkt und quer durch den Wald zum Gipfel, der einfach ein Steinhaufen ist. Was führt mich dort hin, natürlich ein Geocache 🙂

Von der Bendlerhöhe ging es weiter zum Schönen Kreuz. An dieser Kreuzung hat man die Wahl sich für einen von drei möglichen Wegen zu entscheiden. Mein eigentlicher Plan war es einem langen Multi-Geocache nach Brandlucken zu folgen. Da Clarence und ich schon einige km in den Beinen hatten und wir noch zurück mussten, entschied ich mich noch zur Flugzeugabsturzstelle weiter zu gehen und von dort dann zurück zum Parkplatz.

Gedenktafel

Am 1. Oktober 1943 kam es nach heftigen Luftkämpfen über den Messerschmitt Flugzeugwerken in Wiener Neustadt zum Absturz eines schweren Bombers vom Typ B-24 Liberator der amerikanischen Luftwaffe. Die Maschine streifte mit der rechten Tragfläche zwei Lärchen, drehte dadurch etwas nach rechts. Durch diesen Umstand blieb das Gehöft völlig unbeschadet. Die Triebwerke des viermotorigen Bombers bohrten sich tief in die Erde. In einem Umkreis von 150m war die idyllische Moarhof-Landschaft übersät mit Wrackteilen und Leichen. Neun Soldaten waren sofort tot und verbrannten noch angeschnallt in ihren Sitzen. Lediglich ein Flieger (William Sykes +1994) konnte sich mit dem Fallschirm retten. Die Toten wurden vorerst im Bergfriedhof Heilbrunn bestattet, 1947 schließlich exhumiert und in ihr Heimatland überführt. Die Angehörigen dieser verunglückten Flieger brachten ihre aufrichtige Dankbarkeit über die Achtung, welche die Bewohner von Heilbrunn und Brandlucken ihren Lieben entgegengbrachten, in Form eines Gedenksteines zum Ausdruck. Dieser wurde am 28. September 1996 feierlich eingeweiht.[2]

Zu dieser Absturzstelle führte mich, wie so oft, ein Geocache. Der linke Ast, auf der Karte gut erkennbar,  vor der Absturzstelle resultiert aus einem kleinen Vergeher, da ich einfach Clarence nach spaziert bin und somit die Abzweigung übersehen hatte. Den gleichen Weg zurück hätte mir zu lange gedauert, deshalb suchte ich einen Weg quer durch den Wald über alte Äste und Schwarzbeersträucher.

Von der Absturzstelle gingen wir dann direkt zurück zum Parkplatz. Nach ca. 12,5 km waren wir wieder auf dem bereits bekannten Vogelbeer Panoramaweg, der uns direkt zum Parkplatz führt.
Es war ein herrlicher Tag in der Natur. Das wechselhafte Wetter gab der Wanderung einen besonderen Reiz. Mir und vor allem Clarence passen die herbstlichen Temperaturen defnitiv besser als die Hitze im Sommer.

Fotos 

Panorama mit dem doppelten Clarence

Video

Strecke

volle Distanz: 13501 m
Gesamtanstieg: 1156 m
Download

Quellen:
[1] - httpss://www.geocaching.com/geocache/GC34NR8_lost-place-kalkofen-am-karriegel?guid=f52b2117-65b0-4b7d-9f5f-52b91dd3eaf6
[2] - httpss://www.geocaching.com/geocache/GC34P00_lost-place-flugzeugabsturzstelle-moarhof?guid=1a59be7a-27d1-4472-a131-9a70edb0df9d

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