Herkunft und Geschichte

Herr Clarence of Hairy Grasshoppers

Der Schapendoes gehört zur Gruppe der Herdengebrauchshunde. Diese Gruppe diente Jahrhunderte lang als reine Arbeitshunde mit unterschiedlichsten Aufgaben in der Weidetierhaltung.

Der Begriff Herdengebrauchshund lässt sich noch einmal unterteilen. Der Hirtenhund stellt als reiner Schutzhund an der Herde die ursprünglichste Form dar. Es sind große wehrhafte Hunde. Der Hütehund, wo auch der Schapendoes einzureihen ist, verhindert durch sein aktives und passives Wehren ein Auseinanderdriften der Herde. Das Wehrverhalten ist durch ständiges Hin- und Herlaufen gekennzeichnet, sie dringen dabei aber nie in die Herde ein. Für diese Aufgabe müssen die Hunde ausdauernd und leicht gebaut sein. Ein selbstständiges Arbeiten gehört auch zu ihren Aufgaben. Weiters gibt es noch die Treibhunde für den Auf- und Abtrieb von Großvieh und Koppelschafhunde wie den Border Collie, der hauptsächlich in kleinen Schafgruppen arbeitet.

Der Niederländische Schapendoes (Aussprache: S (scharfes S) ch (wie auf Deutsch das ch von Dach) apendus) ist ein typischer Hund zum Hüten von Schafherden, dazu muss er weitgehend selbständig agieren können. Er ist langhaarig, leicht gebaut und besitzt eine große Sprungkraft. Der Schapendoes war der „Allerweltshund“ der Schäfer auf den Heideflächen der niederländischen Provinz Drenthe und der Veluwe, so alltäglich, dass er kaum einen Niederschlag in Literatur und Malerei fand.

Conradijn Cunaeus (1825-1895)

Der Kynologe Pieter M. C. Toepoel ist der Begründer der Rasse. Zwischen 1940 und 1945 begann die systematische Zucht des zu der Zeit beinahe verschwundenen Schapendoes. Da es kaum schriftliche Überlieferungen oder alte Abbildungen gab, stellte sich die Suche nach verbliebenen Schapendoes als schwierig heraus. Die Abbildung von Conradijn Cunaeus (1825-1895) war die einzig brauchbare, und stellt einen zotthaarigen Hütehund vom Typ des modernen Schapendoes dar. Dem Schäfer kam es nicht auf das Aussehen der Hunde an, es zählte alleine die Leistung an der Herde. Er wurde in der Vergangenheit nie als Rassehund angesehen, sondern als Gebrauchshund. Der Schapendoes hatte auch keinen speziellen, einheitlichen Namen, sondern unterschiedlichen Bezeichnungen wie Herdersdoes, Siep, Olde Grise und so weiter. Auf Hundeausstellungen trat er vermutlich schon mal in den Jahren 1872 bis 1874 unter der Bezeichnung Inländische Hütehunde in Erscheinung . Als selbständige Rasse begann er erst zwischen den beiden Weltkriegen interessant zu werden, als die Niederländer begannen, sich für „eigene“, bodenständige Rassen zu interessieren.

1952 erfolgte die vorläufige Anerkennung der Rasse durch den niederländischen Zuchtverband Raad van Beheer. Der erste Standard ist aus dem Jahr 1954, gleichzeitig wurde auch mit der Führung eines Stammbuchs begonnen. Die definitive Anerkennung erfolgte im Jahr 1971. Seither wird nur noch mit eingeschriebenen Hunden weiter gezüchtet, denn die Rasse befindet sich immer noch im Aufbau und muss sehr verantwortungsbewusst gezüchtet werden. Eine ähnliche und verwandte Hunderasse, die nicht von der FCI anerkannt ist, existiert in Deutschland als Schafpudel, der zu den Altdeutschen Hütehunden gehört.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schapendoes
Mohr, H.: Der Niederländische Schapendoes. Kuhlenkamp Verlag 2009, ISBN 3-00-011370-3